Wie man Gutachten in Frage stellt

Der menschliche Körper und noch mehr die menschliche Psyche sind hoch komplexe Organismen, die nach dem heutigen und wohl auch künftigen Stand der Wissenschaft nie in ihrer ganzen Breite erfassbar sein werden. So wenig der Mensch die Atomkraft beherrscht, so wenig kennt und beherrscht er die Abläufe im menschlichen Körper, von seinen rudimentären Deutungen der menschlichen Psyche ganz zu schweigen. Jede andere Position eines Gutachters ist anmaßend. Der oft so beschworene „Halbgott in Weiß“ kommt nicht von ungefähr. Doch wer sich über seine angeblichen Fähigkeiten quasi zum „Halbgott“ emporhebt, läuft Gefahr in der „Hölle“ anzukommen. Hochmut kommt vor dem Fall, sagt nicht umsonst ein deutsches Sprichwort. Der Gutachter, der glaubt, er sei allwissend oder könne auch nur die komplexen Abläufe im menschlichen Körper besser beurteilen als jener, der in dem Körper lebt, wandelt auf einem schmalen Grad zwischen Übermensch und Kriminellem. Denn er läuft Gefahr, sich schnell leichtfertig über das "Begutachtungsobjekt Mensch" und seinen Willen und Persönlichkeit hinwegzusetzen und – sei es aus Überzeugung, sei es aus Betriebsblindheit – seine eigenen angelernten Thesen zu verabsolutieren. 

Die Unzulänglichkeit menschlicher Wissenschaft, hier der Medizin, hat das Bundesverfassungsgericht bei seinem Beschluss zum Verbot der Zwangsbehandlung angesprochen. Menschliche Wissenschaft ist stets unzulänglich und die meisten Gutachten im psychiatrischen und psychologischen Bereich sind regelmäßig nur einen Aneinanderreihung von Floskeln und Textbausteinen, die letztlich nur Bauchgefühle und subjektive Meinungen des Sachverständigen offenbaren.

  • Bei jedem Stereotyp den ein Psychiater vorbringt, anmerken: "Zitieren Sie da Gert Postel?" oder "Ich bitte um ein Gegengutachten von Gert Postel."
  • Frage: Womit können Sie denn die behauptete Gefährlichkeit des Patienten beweisen? 
  • Welche Validität hat Ihre Aussage?
  • Wie beweisen Sie, dass Ihr Patient krankheitsbedingt einwilligungsunfähig ist und nicht, weil er davon überzeugt ist, dass es keine psychischen Krankheiten gibt, wie es z.B. der Psychiatrie-Professor Thomas Szasz seit 50 Jahren wieder und wieder begründet hat?

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